Eine vorbildliche Energiesparmaßnahme

Dem Sudhaus der Karmeliten-Brauerei in Straubing wurde die "Best Practice für Energieeffizienz"-Auszeichnung verliehen. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) verlieh der Karmeliten-Brauerei die Auszeichnung "Best Practice für Energieeffizienz" in der Kategorie für anlagenbezogene Projekte im Rahmen ihrer Energieeffizienz-Initiative.

2016 04 Karmeliten denaDie Deutsche Energie-Agentur (dena) zeichnet nachhaltige Energieeinsparungen, wie sie in dem neuen Sudhaus der Karmeliten-Brauerei erzielt werden, mit dem "Best Practice für Energieeffizienz"-Label aus.

dena ehrte mit dieser Auszeichnung die nachhaltigen Energieeinsparungen im neuen Sudhaus dieser privaten Brauerei in Straubing. Das neue Sudhaus wurde 2013 in Zusammenarbeit mit ZIEMANN HOLVRIEKA GmbH in Ludwigsburg gebaut. Der Wärmeenergieverbrauch wurde dank hocheffizienter Sudhausprozesse im Vergleich mit dem alten Sudhaus um mehr als 40 Prozent reduziert. Diese Prozesse schließen Colibri­, Lotus­ und Shark-Einheiten, Schwerkraftförderung durch Kaskadenbauweise, sowie zahlreiche andere Energieoptimierungsmaßnahmen ein. Der Stromverbrauch fiel um etwa 10 Prozent und der Ertrag stieg um etwa drei Prozent.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) wurde im Herbst 2000 gegründet und hat ihren Sitz in Berlin. Die dena-Aktionäre sind die Deutsche Bundesrepublik, die KfW Gruppe, Allianz SE, Deutsche Bank AG und die DZ BANK AG.

dena unterstützt die Umsetzung der Energiewende in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein wichtiges Element ist dabei die "Best Practice für Energieeffizienz"-Auszeichnung, die für die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen mit beispielhaften Ergebnissen vergeben wird. Die Energieeffizienz-Initiative wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Der erste Schritt zu einer energieautonomen Brauerei

Die Konstruktion des neuen Sudhauses war der erste Schritt auf dem Weg zu einer energieautonomen Brauerei. Auch dieses Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit ZIEMANN HOLVRIEKA erarbeitet und erhielt den 'Bundespreis 2013 für hervorragende innovatorische Leistungen des Handwerks'. Das Ziel war es, die Primärenergieversorgung der Karmeliten-Brauerei nahezu vollständig auf erneuerbare Energiequellen zu stützen.

Zu diesem Zweck müssen während der nächsten eineinhalb Jahre verschiedene Schritte und Maßnahmen umgesetzt werden. So wird im März eine mit Biogas getriebene Mikroturbine zur Stromversorgung und Hitzeerzeugung installiert. Es ist des weiteren vorgesehen, Fresnel-Kollektoren zu verwenden, um solare Prozesswärme für Prozesse mit hohen Heiztemperaturen zu erzeugen. Ein Absorptionskühlsystem mit Propan als natürliches Kühlmittel wird zusätzlich vom solarthermischen Prozess rückgewonnene Niedertemperaturwärme in Prozesskälte umwandeln. Es ist auch geplant, verschiedene Lagermöglichkeiten zu verwenden, um den Überschuss an Hitze und Kälte zu puffern und bei Bedarf freizusetzen. In einem weiteren Schritt soll Prozesswärme zurückgewonnen und zur Flaschenreinigung, Brauwasserheizung und Gebäudeheizung verwendet werden. Hochbelastetes Abwasser soll in Biogas umgewandelt werden, welches dann in der Brauerei verwendet werden soll.

Die Umsetzung dieses Plans kann insgesamt etwa 1,4 Millionen Kilowattstunden an Primärenergie einsparen. Dies entspricht einer Einsparung von mehr als 30 Prozent im Vergleich zur bestehenden Anlage. Die CO2-Emissionen können um etwa 900 Tonnen pro Jahr verringert werden. Das Bundesministerium unterstützt dieses Projekt mit mehr als einer Million Euros durch das Umweltinnovationsprogramm.